Eltern-Irrtümer: Laufen mit einem Jahr

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Mit einem Jahr lernen Kinder zu laufen: Dieser Richtwert ist weithin bekannt und viele Eltern sorgen sich, wenn ihr Kind der Entwicklung hinterherhinkt. Zu Recht?

Ein Baby lernt Laufen!

Wenn Kinder ihre ersten Schritte wagen, ist das nicht für sie selbst, sondern auch für ihre Eltern ein unglaubliches Ereignis. Kein Wunder also, dass Eltern diesen Entwicklungsschritt mit Freude erwarten und schnell in Sorge geraten, wenn der eigene Nachwuchs später als andere Kinder beginnt, die Welt auf zwei Beinen zu erkunden. Viele lassen sich von der gemeinhin bekannten Faustregel verunsichern, dass Kinder mit einem Jahr mit dem Laufen beginnen. Kinderarzt und Buchautor Dr. Martin Beck kann sie beruhigen: „Ein Laufbeginn bis zum Alter von 20 Monaten ist noch völlig im Rahmen.“

Späte Läufer, sind vernünftige Läufer

Der Experte rät Eltern, die ungeduldig auf die ersten Schritte ihres Nachwuchses warten, gelassen zu sein. „Ältere Laufanfänger bewegen sich schon mit etwas mehr Vernunft und vorsichtiger fort.“ Das entschädige Eltern für das vergleichsweise längere Warten auf den bedeutenden Entwicklungsschritt. Hat sich das Kind deutlich nach dem 20. Monat aber noch immer nicht auf beide Beine erhoben oder läuft sehr unsicher und zögernd, rät der Arzt zunächst zu einem Sehtest. „Denn wer schlecht sieht, hat Angst, loszumarschieren.“ Bestätigt sich eine Sehschwäche werde das Kind bald losmarschieren, nachdem eine passende Brille verordnet wurde. Liegt keine Sehschwäche vor, kann über Maßnahmen zur Förderung der Motorik nachgedacht werden.

Tapsen, latschen, schlendern

Nicht nur der Zeitpunkt der ersten Schritte ist ein Thema, das Eltern immer wieder in Sorge versetzt, auch die kindliche Art des Gangs beunruhigt viele Eltern. Unbeholfenes Tapsen, Stürze oder das Einknicken der Füße etwa veranlasst sie zu der Vermutung, ihr Kind könnte an einer angeborenen Fehlstellung der Füße oder Beine leiden. Auch hier rät Beck zur Geduld: „Beim Laufbeginn ist zunächst fast jede Gangart möglich, bis das Kind einen sicheren, flüssigen Bewegungsablauf hat.“ Das Kind teste wie bei anderen Entwicklungsschritten auch verschiedene Strategien aus, bis es eine passende entdeckt habe. Doch so manche charakteristische Bewegungsweise der frühen Kindheit bleibe – ohne krankhaft zu sein –bis ins Erwachsenenalter erhalten, sozusagen als persönliche Note des eigenen Gangs.

100 Mythen und Missverständnisse

Weitere Irrtümer von Eltern stellt Dr. Martin Beck in seinem Buch „Schreien stärkt die Lungen und 99 andere Elternirrtümer“ vor. Auf 176 Seiten klärt der Vater und praktizierende Kinderarzt die 100 populärsten Mythen und Missverständnisse rund um die Themen Pflege, Entwicklung und Krankheiten von Kindern vom Baby- bis zum Grundschulalter auf und gibt Tipps und Anregungen für den Alltag. Das Buch ist bei GU erschienen und für 14,99 Euro zum Beispiel bei Amazon erhältlich.


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