„You go, girl!“:Wie man die Kolleginnen bei der Karriere unterstützt

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Nicht nur die Kollegen sind in Sachen Emanzipation gefragt. Tatsächlich müssen sich Frauen im Beruf endlich gegenseitig unterstützen.

Frauen, die zusammen arbeiten.

Auf dem Weg zur Gleichberechtigung von Mann und Frau im Berufsleben dürfen wir nicht dem Irrglauben erliegen, dabei allzu viel Unterstützung von der Männerwelt zu bekommen. Niemand ist besonders scharf darauf, dass die eigene Machtposition ins Wanken gerät. Berechtigte Frage: Sind denn wirklich alleine die Männer schuld, dass Frauen schlechter bezahlt werden und es immer noch deutlich mehr männliche Führungskräfte gibt als weibliche?

Tatsache ist nämlich, dass Frauen sich gegenseitig stärken müssen. Es darf keine Bienenköniginnen mehr geben, die Angst vor anderen Frauen neben sich haben. Dass sogar Chefinnen über die Beförderung einer absolut qualifizierten Kollegin nachdenken, weil diese gerade geheiratet hat und vielleicht bald wegen Schwangerschaft ausfallen könnte, ist das Gegenteil von Female Empowerment und das Gegenteil von dem, wofür wir auf die Straße gehen. Viel besser sind die folgenden Tipps, mit denen man die Kolleginnen unterstützen kann. Für eine gleichberechtigte Zukunft sollten sie für uns zu Regeln werden.

1. Hindernisse analysieren und besser machen

Chefinnen, die sich selbst lange und schwer hocharbeiten mussten, machen es weiblichen Angestellten heute genauso schwer wie ihre (männlichen) Chefs das lange bei ihnen gemacht haben. Das erlebt man heute in vielen Unternehmen. Der unlogische Gedankengang dahinter: Warum sollten andere Frauen es leichter haben als man selbst? Solche Beispiele zeigen, dass Geschlechterdiskriminierung durchaus nicht nur vom anderen Geschlecht ausgehen muss. Eine richtige Chefin analysiert, wo Männer ihr unnötig Steine in den Weg gelegt, und sorgt dafür, dass die für ihre eigenen Mitarbeiterinnen niemals zum Hindernis werden.

2. Sprechen statt lästern

Das Konzept von Kollegin X wirkt noch nicht durchdacht, die Präsentation der Kollegin Y enthält einen Fehler oder – richtig blödes Thema – die Bluse von Kollegin Z spannt ein bisschen um den Bauch. Niemand muss alle Kolleginnen alleine wegen ihres Geschlechts mögen, trotzdem sollte man nicht schlecht über sie sprechen, sondern berufliche Verbesserungsvorschläge und persönliche Differenzen direkt ansprechen. Das stärkt die Kolleginnen nicht nur, weil es ihre Diskriminierung nicht unnötig unterstützt, sondern wirkt auch dem Image von Frauen als ewige Lästermäuler entgegen. Denn: Männer lästern zwar auch, ihnen wird es aber nicht als geschlechtsbedingt negative Eigenschaft angelastet.

3. Männer unterbrechen…

…wenn sie gerade eine Kollegin unterbrochen haben. Von dem Phänomen „Manterrupting“ – eine Mischung aus „man“ (Mann) und „interrupting“ (unterbrechen) – können die meisten Frauen berichten. Es ist eine der harmloseren, wenn auch respektlosesten Angewohnheiten, die einige Männer weiblichen Kolleginnen gegenüber pflegen. Was hilft? Frauen, die genau diese Typen unterbrechen und das Wort dann wie selbstverständlich wieder der Kollegin erteilen.

4. Erfolgreiche Kolleginnen ordentlich feiern

Damit Männer nicht mehr Anerkennung bekommen als Frauen: Selbst im Team die Ideen und Erfolge einzelner Kolleginnen benennen und feiern. Und das am besten nicht nur nach Feierabend bei einem Drink, sondern direkt vor dem Chef und dem gesamten Team.

5. Sexismus ernstnehmen

Damit der nämlich wirklich vom Arbeitsplatz verschwindet, muss er laut ausgesprochen und angeprangert werden – auch, damit sich betroffene Kolleginnen mit dem Problem nicht alleine gelassen fühlen. Selbst in renommierten Unternehmen, die sich mit Female Empowerment schmücken, gibt es noch Fälle, in denen die Ängste von Frauen als übertrieben dargestellt und Männer beschützt werden. Im (weiblichen) Team werden selbst unangenehme Situationen leichter.


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