Frühlingsgefühle – Was steckt dahinter?

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Wissenschaftler sind sich sicher: Frühlingsgefühle gibt es wirklich. Wir bilden uns nicht nur ein, zu Beginn der Jahreszeit gewissermaßen aufzublühen – genau wie unsere Umgebung. Aber wieso ist das so und was hat der Hormonhaushalt damit zu tun?

Du bekommst das Lächeln nicht mehr von den Lippen und bist absolut in Flirtlaune? Ganz klar, Frühlingsgefühle machen sich in deinem Körper breit. Du hast den Winter hinter dir gelassen und sprühst vor Energie. Den positiven Lebenswandel hast du vielen Prozessen in deinem Körper zu verdanken.

Die Erholung vom Winter

Prof. Alexander Lerchl ist Hormonbiologe an der Jacobs-Universität in Bremen. Im Gespräch mit dem Hauptstadtportal „Berlin“ erklärt er, was in unseren Körpern passiert, wenn zunehmend wieder lange und sonnige Tage auf dem Programm stehen.


Frühlingsgefühle: Was steckt dahinter?

Dabei zweifelt er keinesfalls daran, dass es Frühlingsgefühle gibt. „Psychologische Untersuchungen haben bewiesen, dass es so etwas wie eine Erholung vom Winter gibt. Das liegt am Licht, es hat eine positive Auswirkung auf die Psyche“, berichtet er. Doch damit nicht genug. Es spielt tatsächlich auch eine Rolle, dass wir die Hüllen fallen lassen können. „Man fühlt sich wohler, weil man nicht mehr in dicken Sachen eingepackt ist. Die lieben Mitmenschen natürlich auch nicht. Da kann man dann einen Blick auf das andere Geschlecht riskieren.“

Die Flirtlaune steigt

Und genau darin findet sich auch schon ein Kernthema: Frühlingsgefühle heizen der Flirtlaune ein. Das liegt natürlich nicht nur an der leichteren Kleidung, sondern auch an dem Hormonhaushalt. Im Frühjahr sinkt der Melatoninspiegel, der im Winter schläfrig gemacht hat. Jetzt, da es in Richtung Sommer geht, wird im Gegenzug mehr Serotonin, das sogenannte Glückshormon, ausgeschüttet.


Die perfekten Momente, um sich zu verlieben

Bei Männern kommt noch etwas Anderes dazu: Der Testosteron-Spiegel ist im Frühjahr und Sommer besonders hoch. Sie fühlen sich wohler, sind sexuell angeregter. Bei Frauen bleiben die Sexualhormone das gesamte Jahr über im Gleichgewicht – doch das bedeutet nicht, dass nicht auch ihre Lust steigt.

Frühlingsgefühle intensivieren

Da Frühlingsgefühle einfach so schön sind, kriegt man kaum genug davon. Das weiß auch Prof. Lerchl, der ein paar Tricks kennt, die Empfindungen noch zu intensivieren. Sport etwa würde die Hormone weiter auf Trab bringen. Besonders die Morgenstunden seien zu empfehlen, da hier das frische Licht des Tages genossen werden kann. Will sich die Sonne im Frühjahr noch nicht richtig zeigen, hilft auch künstliche helle Beleuchtung, die Laune zu steigern. Aber natürlich ist nichts mit der Kraft der Sonne zu vergleichen.


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